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Euregioverlag - Kassel & Region, Kunst & Kultur
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Warneke, Thilo F.
Lebensraum Habichtswald
Umfang: 160 Seiten mit vielen Bildern, vierfarbig, Hardcover



Mit Beiträgen von Günter Boller, Jürgen Düster, Jörg Homburg, Siegfried Hoß, Frank Kersten, Reiner Kunz, Hartmut Schade, Dirk Schwarze, Brigitte Warlich-Schenk, Thilo F. Warneke und Uwe Zindel



euregioverlag 2010

ISBN: 978-3-933617-42-2



Ein Geschenk für alle, die den „Lebensraum Habichtswald“ – wie ihn der Buchtitel verheißt – für sich entdecken wollen.



"Das vorliegende, mit Schwarzweiß- und Farbabbildungen in brillanter Qualität reichlich illustrierte Buch von Thilo F. WARNE KE ist sehr zu begrüßen, zumal bislang keine zusammenhängende Darstellung über den Habichtswald vorlag. Insgesamt betrachtet veranschaulichen die darin versammelten Beiträge sehr eindrücklich, dass der Habichtswald weit mehr ist als eine »Baumbestandsfläche«, wie es in der forstlichen Fachsprache heißt. Das Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt, um darin zu blättern oder zu lesen, kann allen wärmstens empfohlen werden, die sich über diesem für die nordhessische Region so bedeutenden Wald umfassend informieren oder ein anschauliches Bild machen möchten." Hubert Kolling in der ZHG

Preis: 20.00 €
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Rezensionen
„Auf den Spuren von Dinosauriern und Segelfliegern



Der Habichtswald ist ein beliebtes Ausflugsziel der Kasseler. Ein Buch macht auf regionale Besonderheiten aufmerksam. Die Anlage der Stadt Kassel mit der nach Westen auf den Herkules weisenden Wilhelmshöher Allee ist ein gebauter Hinweis auf die Natur und den Hauswald der Kasseler: den Habichtswald. Ihm hat der euregioverlag ein Buch gewidmet, das ohne das Engagement der Kasseler Sparkasse nicht hätte publiziert werden können.

Es ist ein Geschenk für alle, die den „Lebensraum Habichtswald“ – wie ihn der Buchtitel verheißt – für sich entdecken wollen. Nach der Lektüre können selbst ungezählte Male unternommende Spaziergänge in dem Areal von etwa 50 Quadratkilometern im Westen von Kassel zu spannenden Abenteuern, zu Ausflügen in die Erd- oder Früh-, aber auch in die Kunst- und Technikgeschichte werden.“

(Claus-Peter Müller von der Grün in der Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.02.2011)
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Der Habichtswald ist für viele Kasseler und Nordhessen ein beliebtes Ausflugsziel zum Spazierengehen, Wandern, Klettern oder Skifahren im Winter. Er ist Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen, die teilweise vom Aussterben bedroht sind. Gleichzeitig stellt er als Wirtschaftsraum eine wichtige Einnahmequelle für den Hessen-Forst dar. Der Habichtswald ist aber auch ein Kulturraum, denn es haben sich Spuren vorgeschichtlicher Besiedlung und des frühneuzeitlichen Bergbaus erhalten, der hier vor über 470 Jahren begann – er ist damit eines der ältesten Braunkohlereviere Deutschlands. Am Blauen See, einem durch Bergbau entstandenen Gewässer, befindet sich mit der Künstlernekropole ein einzigartiges, gegenwärtiges Kunstprojekt.



"Das vorliegende, mit Schwarzweiß- und Farbabbildungen in brillanter Qualität reichlich illustrierte Buch von Thilo F. WARNE KE ist sehr zu begrüßen, zumal bislang keine zusammenhängende Darstellung über den Habichtswald vorlag. Insgesamt betrachtet veranschaulichen die darin versammelten Beiträge sehr eindrücklich, dass der Habichtswald weit mehr ist als eine »Baumbestandsfläche«, wie es in der forstlichen Fachsprache heißt. Das Buch, das man immer wieder gerne zur Hand nimmt, um darin zu blättern oder zu lesen, kann allen wärmstens empfohlen werden, die sich über diesem für die nordhessische Region so bedeutenden Wald umfassend informieren oder ein anschauliches Bild machen möchten." Hubert Kolling in der ZHG
Inhalt
Vorwort

Dieter Mehlich



Einleitung

Thilo F. Warneke



Zwischen Saurierspuren und Feuerbergen – zur Geologie des Habichtswaldes und seiner Umgebung

Reiner Kunz



Archäologische Denkmäler und Funde im Habichtswald und am Dörnberg

Thilo F. Warneke



Bergbau und Rohstoffe

Hartmut Schade



Wald und Forstwirtschaft

Uwe Zindel



Naturerlebnis Habichtswald

Günter Boller



Landwirtschaft und Landschaftspflege

Jürgen Düster



Der Habichtswald – Quelle der Wasserkünste des Schlossparks Wilhelmshöhe

Siegfried Hoß



Die Künstler-Nekropole

Dirk Schwarze



Kassel und sein Luftbad Waldwiese

Frank Kersten



Die Waldschule Kassel

Brigitte Warlich-Schenk



Die Geschichte der Fliegerei auf dem Dörnberg

Jörg Homburg



Vorwort
„Ein nebliger Wintertag. Nur für Bruchteile von Sekunden gelingt es der Sonne, ihre Strahlen fächerartig in den Buchenwald zu schicken und die dunklen Stämme noch plastischer erscheinen zu lassen. Bilder von Caspar David Friedrich stellen sich ein, denn dieses Areal mit seinen überraschenden Höhen und Senken, das den Blauen See im Habichtswald umgibt, hat sich eine kraftvolle Urwüchsigkeit bewahrt.“ So beginnt Dirk Schwarze seinen Artikel über die Künstlernekropole am Blauen See.



Genau diese Urwüchsigkeit ist das Besondere an dem zentralen Naherholungsgebiet vor den Toren der Stadt, das hier mit all seinen Facetten vorgestellt wird. Der Habichtswald ist für die Kasseler Bevölkerung und das Umland schon immer von herausragender Bedeutung gewesen. Beliebte Ausflugziele sind der Herkules, der Bismarckturm, das Hohe Gras mit Gaststätte und Aussichtsturm und neuerdings auch einem Kletterpark, Elfbuchen mit Aussichtsturm, die Waldgaststätten Erlenloch, Silbersee und das Herbsthäuschen sowie die Teufelsmauer.

Weniger bekannt ist, dass der Habichtswald mit seinen basaltischen Decken das nördlichste geschlossene Vulkangebiet Deutschlands ist. Hügelgräber zeugen von früher Besiedlung. Der Habichtswald stellte für die privaten Haushalte und später auch für die Industrie Holz bereit. Für den Hausbrand gab es etwa 400 Jahre lang Braunkohle, die vom „Erbstollen“ im Habichtswald über die Kohlenstraße in die Stadt gefahren wurde. Noch heute ist der Habichtswald bedeutender Wirtschaftsraum des Landesbetriebs Hessen-Forst. Bemerkenswerk ist der Artenreichtum des Waldes. Neben 50 Baumarten finden wir Orchideenarten, seltene Insektenarten und vieles andere mehr.



Weitere Besonderheiten sind das Luftbad Waldwiese, ein in seiner Gesamtheit fast unversehrtes authentisches Zeugnis der Naturheil- und Reformbewegung in Deutschland, sowie die Waldschule der Stadt Kassel, in der Kinder schon seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts naturnah lernen konnten. Am Dörnberg liegt einer der ältesten Segelflugplätze der Welt. 1924 offiziell eingeweiht, zählte er bald zu einem der bekanntesten Segelfluggelände seiner Zeit.



Umso erstaunlicher ist es, dass bisher keine zusammenfassende Darstellung über den Habichtswald vorliegt. Diese Lücke schließt dieser Band der Reihe „Die Region trifft sich – Die Region erinnert sich“ der Kasseler Sparkasse. Er gibt erstmals vertiefende Einblicke in den Bestand und die Nutzung des Habichtswaldes mit all seinen Facetten.



Dieter Mehlich, Vorsitzender des Vorstands

der Kasseler Sparkasse
Leseproben
Einleitung

Thilo F. Warneke



Der Habichtswald umfasst in seiner engeren Abgrenzung eine Fläche von etwa 3.500 ha, die von den Städten Kassel und Baunatal und den Gemeinden Schauenburg, Habichtswald und Ahnatal umschlossen ist. Ungefähr 3.000 ha sind mit Bäumen bestanden, die übrigen nehmen Weiden, Wiesen und Sukzessionsflächen auf, werden durch Basaltabbau oder militärisch genutzt bzw. nach erfolgtem Abbau rekultiviert. In den Habichtswald ist Europas größter Bergpark integriert, eingebettet zwischen Herkules-Monument und Schloss Wilhelmshöhe. Die höchsten Erhebungen bilden das Hohe Gras mit 615 m ü. NN und der Hohe Dörnberg mit etwa 579 m ü. NN. Seit 1962 ist der Wald das Kernstück des Naturparks Habichtswald, der sich zwischen Gudensberg und Breuna-Wettesingen, Kassel-Wilhelmshöhe und Arolsen-Bühle auf 474 km² erstreckt.

Üppige Lößlehmböden auf Kalk- und Basaltuntergründen bieten überwiegend sehr gute Wachstumsbedingungen für den Wald. Neben einem relativ hohen Buchenanteil von über 65% sind weitere 56 Baumarten bekannt, davon einige exotische Exemplare wie Kork- und Flaumeiche, Mannaesche oder Lebensbaum. Insbesondere die Nachbarschaft des Bergparks Wilhelmshöhe hat zur Einwanderung exotischer Baumarten geführt. Einmalig in Hessen sind die Wacholderhuten, Kalkmagerrasen und Magerwiesen am Hohen und Kleinen Dörnberg.

Seit den Rodungen des Mittelalters hat sich die Fläche des Habichtswalds kaum verändert. Die ausgedehnten Weide- und Wiesenflächen im Inneren gehen möglicherweise auf diese oder ältere Rodungsaktivitäten zurück. Ähnlich wie der Kaufunger Wald wurde der Habichtswald nie besiedelt. Bis heute finden sich nur vereinzelte Bauwerke wie Aussichtstürme oder Waldgaststätten sowie Gebäudes des ehemaligen Bergbaus.

Der Habichtswald war ehemals landesherrlicher Wald und ist heute überwiegend Eigentum des Landes Hessen. Der landeseigene Betrieb Hessen-Forst pflegt und bewirtschaftet die Flächen. Seit 1820 sind forstliche Betriebswerke bekannt, die bereits damals das heute moderne Prinzip der Nachhaltigkeit, nicht mehr zu nutzen als nachwächst, formulierten und damit die moderne Forstwirtschaft begründeten.

Dieser Wald ist weit mehr als eine „Baumbestandsfläche“, wie es der forstlichen Fachsprache heißt. Die Autoren des vorliegenden Buches haben sich der Aufgabe gestellt, aus ihrer fachlichen und persönlichen Perspektive die unterschiedlichen Aspekte dieses Waldes darzustellen.

Die Sicht des Forstmanns beschreibt den Wald in seinem aktuellen Bestand (Böden, Baumarten, Tiere des Waldes usw.) und zeichnet die historische Entwicklung der forstlichen Arbeit nach. Die Zukunft dieser Arbeit wird bestimmt durch die einsetzende Klimaveränderung und ihre Beeinflussung der Waldsubstanz.

Welche zum Teil seltenen Tier- und Pflanzenarten hier vertreten sind, zeigt der Beitrag eines Naturschützers, der den Leser literarisch auf Wandertouren mitnimmt und auf die Schönheiten und Besonderheiten dieses Waldes aufmerksam macht.

Neben der Holzwirtschaft spielt die Landwirtschaft eine – wenn auch nur noch geringe – Rolle, doch ergeben sich gerade hier Aspekte des modernen Vertragsnaturschutzes, die in einem eigenen Beitrag erläutert werden.

Der Habichtswald ist nicht nur ein Wirtschafts- und Naturraum, sondern auch ein Ort der Kulturgeschichte. Sie beginnt in der Jungsteinzeit und hat insbesondere in den Jahrhunderten vor Christi Geburt noch heute sichtbare Spuren hinterlassen. In der beginnenden Neuzeit setzte der Braunkohlenbergbau ein, einer der ältesten in Deutschland. Der Bergbau war hier ein bedeutender Arbeitgeber und seine Hinterlassenschaften sind heute allgegenwärtig.

Als Ort der Erinnerung kann auch die Künstler-Nekropole am Blauen See gelten. Grabdenkmäler zeitgenössischer Künstler regen den Wanderer zum Nachdenken an.

Historische Dimension und Gegenwartsbezug vereint das Luftbad Waldwiese, eines der letzten, fast vollständig erhaltenen Ensembles von Hütten. Sie wurden in den 1920er Jahren als Gegenpol zur industrialisierten und technisierten Welt errichtet mit dem Ziel, der Naturheilkunde und dem einfachen Leben im Einklang mit der Natur den Vorzug zu geben.

Und schließlich ist der Habichtswald ein Raum der Freizeitgestaltung mit Möglichkeiten zum Wandern, Spazierengehen, Klettern oder Skifahren. Dabei darf der Flugsport am Dörnberg nicht fehlen, dessen geologische, archäologische und botanische Besonderheiten in fast allen Beiträgen anklingen. Zugleich ist der Dörnberg einer der ältesten Segelflugplätze der Welt.

Frei nach Bert Brecht möchte man fragen: Was ist der Habichtswald? Ist er zehntausend Klafter Holz oder eine grüne Menschenfreude? Der Habichtswald ist nicht Naturpark oder Wirtschaftsraum, Erinnerungs- oder Erlebnisort – er ist alles in einem und mehr als die Summe seiner Bäume.
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