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Wir trauern um Prof. Dr. Karl Oskar Blase
Krankheit und Sterben war schon seit langem ein Thema für Blase. In seinem Künstlertagebuch 'Wollten wir nicht Bilder machen?' zeigte er uns in Worten und Bildern, dass wir nicht allein sind im alltäglichen und vergeblichen Ankämpfen gegen die mit dem Altern und der Demenz einhergehenden Angst, gegen das Vergessen und den Tod. Der Titel zitiert eine Frage seiner an Alzheimer erkrankten Frau Marga.
Zur Biographie


Über "Wollten wir nicht Bilder machen"
Diese Frage bedeutet für den Kasseler Maler und Grafiker nicht nur deren überraschende Erinnerung an einen von ihm gemachten Vorschlag, sondern ermöglicht ihm zumindest zeitweilig den genannten Zugang. 'Ihr Gesicht erschien mir immer, seitdem ich sie kenne, in meinen Bildern', erklärt Blase. Sie war fünfzig Jahre seine Muse und sein Modell, seine Gesprächspartnerin, seine Geliebte und nicht zuletzt die Mutter seiner vier Söhne, von denen der Erstgeborene vierjährig starb. In der Werkkunstschule Wuppertal hatten sie sich kennen gelernt. Sie heirateten 1952 und zogen 1959 nach Kassel. Blase entwarf unter anderem Plakate, Signets und Kataloge für die documenta-Ausstellungen. Erste Anzeichen für die Erkrankung seiner Frau hatte es bereits 1997 gegeben. 'Wer sind Sie denn eigentlich, sind Sie meine Mutter oder mein Vater und überhaupt, wer sind Sie?', fragte sie vier Jahre später auf einem der gemeinsamen täglichen Spaziergänge. 'Von diesem Tag an war alles anders, und ich hatte keine Vorstellung davon, wie es weitergehen sollte', erklärt Blase. Ab Anfang 2001 beginnt er Tagebuch zu führen.
Er sucht nach Kommunikationsmöglichkeiten und Anknüpfungspunkten, probiert 'das gesamte Programm der Erinnerungsarbeit aus'. Ohne jeden Erfolg. Erst der eher beiläufige Vorschlag, wie früher Bilder von ihr zu machen, Fotos und Grafiken, findet unerwartet Margas Interesse. 'Von diesem Tage an hatten wir so etwas wie ein normales Arbeits- und Kommunikationsverhältnis aus früherer Zeit wiedergefunden.' Blase kombiniert die entstehenden Zeichnungen und Fotos seiner Frau mit den Tagebuchtexten und fertigt farbige Collagen, die nun auch das Buch illustrieren. Man ist als Leser dieses Tagebuchs immer gewiss, dass hier auch an der Grenze menschlicher Belastbarkeit nur die Würde und Liebe zählen. Marga stirbt am 22. Juli 2006 und wird in der Kasseler Künstler-Nekropole begraben, unter dem 2001 von Karl Oskar Blase geschaffenen 'momentum' - einem stilisierten Auge aus Beton."
"Das Buch „Wollten wir nicht Bilder machen“ ist anrührend geschrieben und für sich ein Meisterwerk", so Dirk Schwarze in der hna.


Künstler-Nekropole Kassel
Der Grafiker Karl Oskar Blase, Kollege Harry Kramers an der Kasseler Kunsthochschule und documenta-Künstler, hat 2001 das siebte Monument für die
Künstler-Nekropole errichtet: auf einem 1,56 m hohen Pfeiler ein 85 cm hohes und 1,80 m breites Auge. Auf den ersten Blick erkennt man gleich, dass Karl Oskar Blase aus der Bauhaustradition kommt. Er hat seine Grabplastik aus klaren Formen aufgebaut. Kreis,
Ellipse und die kubische Stele sind Gestalt bestimmend. Der Standort ist in der Nachbarschaft von Brummacks Vogeltränke. „Hier fehlt etwas in der Höhe”, empfand K.O. Blase bei der Wahl des Ortes für sein Kunstwerk und wollte außerdem ein Zeichen setzen für die ganze Nekropole.


Karl Oskar Blase über Otto-Heinrich Kühner
"Dienstagsbilder" betitelte Karl Oskar Blase seine Rede über Werke des Malers Otoo-Heinrich Kühner, die in dem Sammelband "Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner" publiziert wurde, eine Edition mit Aufsätzen und dokumentarischem Material zu beiden Künstlern. Der reich bebilderte Band gewährt interessante Einblicke in ihr Leben und Werk. Literatur, Erinnerung und Vergnügen: Entstanden ist ein vielseitiges und anregendes Lesebuch zu diesem für die Kulturstadt Kassel und die deutschsprachige Literatur so bedeutsamen Dichterpaar.


Lebensraum Habichtswald
Am Blauen See, einem durch Bergbau entstandenen Gewässer, befindet sich mit der Künstlernekropole ein einzigartiges, gegenwärtiges Kunstprojekt. In dem Sammelband "Lebensraum Habichtswald" stellt Dirk Schwarze Karl Oskar Blases "Auge" vor.

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